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Zhichen Ontrul Rinpoche PDF Drucken E-Mail

Zhichen Ontrul RinpocheWie von Dzogchen Thubten Chokyi Dorje prophezeit, wurde Zhichen Ontrul Rinpoche in Amdo, Osttibet, geboren. Er wurde erkannt als eine Manifestation einer der grössten tibetischen Yogis, Thangton Gyalpo. Sein unmittelbar vorheriges Leben war einer der Hauptmeister der Nyingma Kathok Linie und er residierte im Zhichen Kloster, wie auch mein Vater.

Nachdem er seine gewöhnliche Klostererziehung im Alter von 18 abgeschlossen hatte, hatte er die Aufgabe, nach dem Wohl der diversen Zweigklöster von Zhichen zu schauen. Er übernahm die Verantwortung, nach der Reinkarnation von Zhichen Vairochana in Derge und Dzongsar zu suchen und fand meinen Vater mit der Hilfe des letzten Dzongsar Jamyang Khyentse Rinpoche. Daraufhin hat er dann meinen Vater im Zhichen Kloster inthronisiert.

Dann hat er festgestellt, dass nach den Klöstern schauen und die administrativen Tätigkeiten ähnlich, wie weltliche Belange war. Daher wollte er ins Retreat gehen und den authentischen Meistern folgen um den ungewöhnlichen Weg der Spiritualität zu lernen. Aber seine Leute baten ihn, seine Klosterverantwortung nicht aufzugeben. So entschied er, krank zu werden und sagte seinen Leuten: "Wenn ihr mich nicht den ungewöhnlichen spirituellen Weg gehen lasst, macht es keinen Sinn für mich, länger zu leben und so weiter zu machen. Es liegt an euch, mich gehen oder bleiben zu lassen."

Ich denke, Ontrul Rinpoche wusste irrgendwie, wie viele der erleuchteten Meister, dass die Situation in Tibet gefährlich wurde und es keinen Grund gab, Klöster materiell weiter zu entwickeln, daher zog er es vor, nach dem spirituellen Weg zu suchen, was für andere eher auf eine spirituelle Art von Nutzen wäre, als auf die monastische Art.

Seine Leute mussten ihn daher entsprechend seinen Wünschen gehen lassen. Mein Vater übernahm dann die Verantwortung, nach den Klöstern zu schauen.

Ontrul Rinpoche´s erstes Ziel war Baney Retreat, wo er dem Meister Choktrul folgte, von dem er die die spirituellen Belehrungen der Nyingmapa Changthir Tradition erhielt. Nachdem er etliche Jahre in Baney Retreat blieb, hörte er vom Rufdes Shugchung Tsullo, einer der grössten Meister im späten 19. Jahrhundert und er ging um seinen Belehrungen zu folgen.

Von Shugchung Tsullo hat Ontrul Rinpoche dann 18 Jahre lang die ungewöhnlichen Dzogchen Praktiken sowie die gewöhnlichen Belehrungen der 3 buddhistischen Yanas erhalten.Ganz am Ende einer ungewöhnlichen Einführung in die grosse Dzogchen Sicht, qualifizierte ihn Shugchung Tsullo als Linienmeister und bat ihn, nicht zu zögern jeden zu lehren, der ihn fragen würde. Aber Ontrul Rinpoche hat den Retreat Ort von Shugchung nicht verlassen, bis sein Meister starb.

Shugchung Tsullo war einer der wichtigen Linienhalter der Do Drupchen Linie, wie auch der Changthir Linie. Er war nicht nur ein studierter Schüler, sondern auch ein realisierter Dzogchen Meister. Im Geheimen war er auch ein Tertön, aber nach aussen war er meist zurückhaltend mit seinen Fähigkeiten. Ontrul Rinpoche erinnerte sich an den letzten Tag, bevor Shugchung Tsullo starb, da gab es einen Hausstreit zwischen seiner Nichte und seinenjungen Mönchen. ALs ihm davon berichtet wurde, dachte er: "Ich habe über 30 Jahre lang gelehrt und trotzdem haben meine Lehren jenen Leuten nichts geholfen, selbst meine eigenen Leute sind nicht fähig, in Harmonie zu leben, deshalb macht es keinen Sinn, weiter zu leben." Deshalb hat Shugchung Tsullu eine Grippe "eingefangen" am Abend des Disputs und am nächsten Tag ist er friedlich in der Meditationshaltung gestorben. Danach war er 6 Wochen lang im meditativen Zustand und der wundersame Geruch seines Körpers durchdrang die Umgebung in 1 km Umkreis. Sobald er aus seinem meditativen Zustand heraus war, baten alle Anhänger Ontrul Rinpoche die Verantwortung für die Verbrennung zu übernehmen.

In der Nacht der Verbrennung träumte Ontrul Rinpoche von seinem Guru wie er vertrauensvoll auf einem weissen Pferd in Richtung auf einen riesigen, spiralförmigen Berg zuritt und ihm sagte: "Ich gehe weg zum kupferfarbigen Berg, um mit Guru Padmasambhava wiedervereinigt zu werden. Und du wirst meinen Fußstapfen folgen, aber nicht jetzt."

In den frühen 60er Jahren floh Ontrul Rinpoche mit vielen anderen Meistern und seinen eigenen Leuten nach Indien und er erzählte mir, dass er es schaffte, auf seinem Weg nach Indien zu praktizieren, obwohl es eine sehr gefährliche Periode war, mitten zwischen Gewehrkugeln und militärischen Aktivitäten. Er hatte keine Angst, da er in die Führung seines Gurus vertraute, aber es tat ihm leid, dass Leben so leichtgenommen wurden, zum Beispiel wurden wilde Tiere getötet, um die hungrigen Menschen zu ernähren und Leute wurden durch das rauhe Wetter und die aggressiven militärischen Aktivitäten getötet. Gleichermassen konnte Ontrul Rinpoche in der Flüchtlingsgruppe die Praktizierenden unterscheiden, die ruhig und mitfühlend in einer so tragischen Situation blieben von jenen Nicht-Praktizierenden, die in Panik und Verzweiflung waren über den Schmerz und Verlust ihrer Besitztümer und Geliebten und unter diesen Leuten waren grosse Meister in jener Zeit. Durch diese Erfahrung wurde Ontrul Rinpoche eine grosse Gelegenheit gegeben, von wahren Meistern zu lernen, deren Haltung ein beispielhaftes Vorbild war für den Rest seines Lebens und Abstand davon zu nehmen, jenen zu folgen, die eine schwache Fassade aufbauten, die in Zeiten der Prüfungen einfach zusammenbrach.

Später nahm Ontrul Rinpoche in Kalimgong, Indien, die Einweihung der Dzogchen Linie vom früheren Dudjom Rinpoche und es gab in jener Zeit regen Austausch mit vielen anderen authentischen Dzogchen Meistern. Später hat er mir erzählt, dass er in einer Klosterumgebung der Nyingmapa Schule bleiben wollte, aber er konnte damals keine finden. Er dachte darüber nach, einem grossen Abt und Dzogchen Meister, Polokhen Rinpoche, zu folgen, aber er merkte, dass Polokhen Rinpoche keinen ständigen Retreat Ort hatte, wo er hätte wohnen und praktizieren können. Dann entschied er sich, in Drepung Gomang zu bleiben, weil, wie er mir sagte: "ich keine Hindernisse in meiner spirituellen Praxis, wie etwa weltliche Ablenkungen, in einer solchen Klostergemeinschaft haben würde."

Ontrul Rinpoche blieb bis zu den späten 80er Jahren in Drepung Gomang, als mein Vater und ich ihn baten, mein Guru zu werden. Deshalb ist er in mein Kloster umgezogen. Jahre danach ging er nach Tibet um seine letztendlichen Verantwortungen wahrzunehmen und er hat dort vielen Menschen genutzt. Leider ist er nach einem kurzen Aufenthalt in Tibet verstorben. Wir alle, die ihm gefolgt waren, hatten nicht genug positive Verdienstansammlungen, um ihn weiterhin bei uns zu haben.

Ich glaube, Ontrul Rinpoche wird jetzt in Amtabha´s Reinem Land sein, da er ständig Vorbereitungen traf, in das Amitabha reine Land zu gehen, nachdem die Frist in dieser Welt abgelaufen war. Als er bei mir war, sagte er manchmal scherzend: "ich glaube nicht, dass ich von jenen Dakinis im Kupferfarbigen Berg willkommen geheissen würde, weil ich kein Yogi bin. Daher kann ich ihre Wünsche nicht erfüllen. Ich denke, das Reine Land von Amitabha würde mich willkommener empfangen, weil da vielleicht mehr Vinaya Gelongs (voll ordinierte Hinayana Mönche) sind, wozu ich perfekt passe." Und er sagte auch: "Ich sollte keinerlei Problem haben, das Kupferfarbene Reine Land (Berg) zu besuchen, wenn ich mal in Amitabha´s Reinem Land bin." Ontrul Rinpoche hätte so etwas niemals öffentlich gesagt, ausser zu mir oder seinem engsten Diener. Kurz bevor er starb sagte er diesem Diener: "Mach dir keine Sorgen um mich, ich werde direkt in Amitabha´s Reines Land gehen." Danach gab er noch einige Ratschläge für den Diener.