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LichtOpfer Swayambhunath

12. März 2008

Einige meiner Leute fragten mich, ob Nyungnay Praxis, Ngöndro Praxis und andere Retreats als Teil der "Live to Love" Aktivitäten angesehen werden können. Wie ich mehrfach in meinen Reden gesagt habe, ist Mitgefühl eine Praxis, die entwickelt und kultiviert werden muss, Liebe ist eine nötige Praxis, um Mitgefühl in die Tat umzusetzen.

Um nicht alle zu verwirren, möchte ich das "Live to Love" Logo nochmals erklären und hoffe, dass dies alles klärt.

Live to Love Logo

Erklärung des Logos:

Die fünf Herzen stellen Liebe der fünf Richtungen dar, die in Einheit und in Harmonie zusammen kommen. Das orangene Licht in der Mitte stellt die Sonne (der Hoffnung) dar; mit dem Glühen ihrer Sonnenstrahlen wächst sie allmählich und wird rot, die Farbe der Stärke und Energie. Dies symbolisiert ein Herz voller Liebe, die vom Selbst zu anderen erleuchtet, mit der emporkommenden selbstlosen Energie, die Liebe in Form humanitärer Aktivitäten auf die Wesen unserer Welt ausdehnt. Der äußere, orangefarbene Kreis, symbolisiert die Vervollkommnung der förderlichen Aktivitäten, die mit furchtlosem Vertrauen und definitivem Erfolg durchgeführt werden.

Ich möchte mit dieser Erklärung in Bezug auf die formale Praxis von Nyungnay, Ngöndro, Retreat usw., wie auch in Bezug auf "Live to Love" Aktivitäten, für die ich alle ermutige, noch klarer werden: Das orangefarbene Licht in der Mitte des Logos ist dein eigenes Herz oder der Geist, die voller Liebe sein sollten, sodass sie diese selbstlose Energie mit anderen teilen können. Dafür braucht man Grundlagen oder Fundamente, die dir helfen, "Live to Love" Aktivitäten ohne jegliche Probleme oder Verwirrung durchzuführen. Das ist wie die Beziehung von Arzt und Patient. Wenn ein Arzt nicht gut ausgebildet ist, wie kann er dann Leben Kranker retten? Daher muss man theoretisch und praktisch trainiert sein. Ich habe nicht viel über dieses Thema geredet, vielleicht weil ich den Eindruck habe, dass die Leute verstehen, warum ich "Live to Love" wie verrückt promoviere. Dies bedeutet aber nicht, dass ich euch dazu ermuntere, die Meditation zu vergessen, oder keine Retreats zu machen, keine Mantras zu rezitieren, Nyungnay oder Ngöndro zu vergessen. Nein! So ist das nicht. Es tut mir wirklich leid, sagen zu müssen, dass "Live to Love" Aktivitäten zusätzliche Taten sind, zu denen ich euch alle ermutige mit dem Ziel, zu aktualisieren, was ihr in euren Visualisierungen von Bodhicitta, liebender Freundlichkeit, Mitgefühl und Weisheit praktiziert.

Es ist, wie ein Messer zum Schneiden zu benutzen. Hierfür muss das Messer scharf sein. Das Schärfen entspricht den formalen Praktiken, für die ihr ermutigt werdet. Das eigentliche Schneiden entspricht den "Live to Love" Aktivitäten, womit ihr überprüft, wie scharf oder stumpf das Messer ist. Wenn es nicht scharf genug ist, denkt darüber nach und meditiert über die Ursache, warum es so ist, und geht zurück um euer Messer erneut zu schärfen.

Wenn ihr die Grundlagen und das Verständnis für Mitgefühl und Weisheit nicht habt, wenn ihr diese inneren Qualitäten nicht in euch entwickelt, würdet ihr bei den "Live to Love" Aktivitäten euren Kopf gegen die Wand hauen. Warum ist das so? Es wird eine Zeit kommen, bei der ihr euch sehr müde, enttäuscht und sehr empört über Live to Love fühlen werdet, weil der tragende Pfeiler, der die "Live to Love" Aktivitäten unterstützt, nicht da ist. Was ist das? Es ist die innere Kraft, die durch die formale Praxis entwickelt und kultiviert werden muss. Ich bin sicher, dass ihr nie von einem Arzt (weder traditionell noch westlich) gehört habt, der ohne Studium und ohne verschiedenste Arten von Training qualifiziert wäre. Und wenn ihr je von so einem Arzt hören würdet, hättet ihr sicher nicht das Vertrauen, ihn zu konsultieren, nicht wahr?

Genauso ist es mit "Live to Love" Aktivitäten. Ihr werdet den Kopf gegen die Wand hauen, wenn ihr nicht die innere Stärke habt, mit den Leiden, die ihr bei den "Live to Love" Aktivitäten seht, klarzukommen. Ihr denkt vielleicht schliesslich, dass ihr ein hoffnungsloser Fall seid, um die Leiden im Samsara zu beseitigen, oder das andere Extrem, dass ihr vielleicht denkt, was ihr doch für ein großer Held seid, weil ihr so toll Leben rettet, den Armen gebt usw. So ist es nicht. "Live to Love" Aktivitäten sollten euer Verständnis für die 4 Edlen Wahrheiten, sowie für anderer Belehrungen des Buddha über Weisheit und Mitgefühl verstärken und euch ausserdem eine grosse Unterstützung für die formale Praxis geben. Gleichzeitig sollte die formale Praxis, die ihr immer machen solltet um euer inneres Mitgefühl und eure innere Weisheit zu entwickeln, euch helfen, mit bestimmten Problemen fertig zu werden, die mit den "Live to Love" Aktivitäten kommen. Die "Live to Love" Aktivitäten und die formale Praxis wie Nyungnay, Ngöndro etc. kommen zusammen wie die linke und rechte Hand. "Live to Love" Aktivitäten sind wie die Software und die formale Praxis wie die Hardware. Könnt ihr euch einen Computer ohne Hardware oder Software vorstellen? Natürlich nicht, beide werden unabdingbar gebraucht. Ihr könnt nicht nur die formale Praxis machen und die "Live to Love" Aktivitäten insgesamt ignorieren und ihr könnt die formale Praxis nicht mit "Live to Love" Aktivitäten ersetzen. Kurzfristig merkt ihr vielleicht keinen Unterschied, beides scheint ok. Aber ich kann euch sagen, dass, wenn ihr eure spirituelle Praxis verbessern wollt, ihr langfristig besser daran seid, beides gleichzeitig zu machen. 

Übrigens kam mir gerade ein Gedanke: eine wahre spirituelle Linie oder der Segen ist wie die Elektrizität, ohne die, selbst mit bester Soft- und Hardware, der Computer nicht arbeiten würde.

Manche Leute sind sehr gut in der formalen Praxis, aber wenn es darum geht, mit anderen umzugehen, versagen sie. Es fehlt eine Verbindung. Andere Leute arbeiten sehr gut in "Live to Love" Aktivitäten, aber in der formalen Praxis können sie nicht einmal 5 Sekunden in Meditation sitzen, ihr Geist ist so ruhelos. Wie kann ein ruheloser Arzt erfolgreich operieren? Wie kann ein nicht ausgebildeter oder untrainierter Arzt einem Kranken helfen?

Ich möchte nicht sagen, dass formale Praxis Teil von "Live to Love" Aktivitäten ist, da ich sie nicht in eine der 5 Kategorien einordnen kann. Aber formale Praktiken sind der Stützpfeiler für "Live to Love" Aktivitäten. Ich meine damit, dass die, die formale Praxis machen, offensichtlich mehr Vertrauen haben sollten, "Live to Love" Aktivitäten zu üben, sie sollten immer wieder herauskommen und sich "Live to Love" Aktivitäten anschließen und damit testen, wie scharf oder stumpf ihre Messer sind. Jene die schon gute Arbeit mit "Live to Love" Aktivitäten leisten, sollten prüfen, ob diese Aktivitäten ihre Weisheit, ihr Mitgefühl und liebende Freundlichkeit verbessert haben. Selbst ein scharfes Messer muss immer wieder geschärft werden, damit es seine Schärfe erhält.

Ich hoffe, euch nicht noch mehr zu verwirren mit meinem Geplauder. Ich bin in Plauderstimmung. Jetzt ist es genug.