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Gebete und Liebe für Alle PDF Drucken E-Mail
candle offering

18. Mai 2008

Während wir uns bereit machen, an Buddha´s Jahrestag der Erleuchtung und des Parinirvanas morgen zu denken, sollten wir einen Moment innehalten und über unser Leben uns seine Bedeutung nachzudenken, meine ich.

Ladakh Kinder mit Wasser

Kinder Druk White Lotus SchoolJetzt möchte ich gerne einige Neuigkeiten mit euch teilen. Ich kam gerade von einem Besuch der Druk White Lotus School und des Hemis Klosters aus Ladakh zurück. Wie immer machten mich die Kinder sehr glücklich. Aus welchem Grund auch immer machten mich dieses Mal nicht nur die Kinder glücklich, sondern auch die Lehrer und Hausmütter, die nach den Kindergarten Kindern schauen, erfreuten mich durch die Art ihres Lebens und wie sie füreinander sorgen. Ich bin sehr bewegt vom Schulprojekt in Ladakh. Ich spüre, dass wir hier unsere Lehren und unser Training in die Tat umsetzen.

Ich bin auch sehr glücklich mit der Entwicklung im Hemis Kloster, obwohl ich glaube, dass die Wände bald auseinander fallen werden. Dies gibt uns eine große Lehre in Vergänglichkeit.Hemis Zerfall 

Mein spontaner Kurzbesuch nach Ladakh wurde von den Ortsansässigen erbeten, die mich ersuchten, einige Gebete zu machen, damit die Wände noch lange Zeit nicht einstürzen würden, und wenn sie dann letztendlich fallen würden, dass sie keinen Menschen oder kostbare Dinge beschädigen würden. Deshalb ging ich um ein Zwiegespräch mit den "Wächtern" der Wände zu halten und einige merkwürdige Dinge zu zelebrieren, was ihr nicht glauben würdet und nicht verstehen würdet, was da passiert und worüber ich gerade rede. Deshalb möchte ich diese merkwürdigen Dinge nicht erzählen, nur, dass ich freudig und zufrieden darüber bin.

Aufgrund einiger technischer Probleme mit den Installationen hier, kann ich momentan keine Bilder meiner Reise nach Ladakh hochladen, obwohl Ngawang Sopa einige sehr schöne Fotos geschossen hat. Aber wenn die Bedingungen in ein oder zwei Tagen stabiler sein werden, werde ich bestimmt einige meiner Erfahrungen durch diese wunderbaren Fotos mit euch teilen können. Jetzt habe ich einige Fotos der Schulwebseite genommen, um diese Nachricht zu dekorieren.

Ich besuchte auch das Hemis Museum, das im Juli letzten Jahres eingeweiht wurde. Dies war mein 2. Besuch. Ich bin sehr stolz, all diese kostbaren Dinge für alle Wesen ausstellen zu können, vor allem für jene Leute, die echter Spiritualität zugeneigt sind. Ich spüre sogar, dass dieses Museum auch jenen nützen würde, die nicht hingebungsvoll sind, sondern herumwandern und etwas im Leben suchen. Auch für sie ist es gut, sich die Geschichte anzuschauen. Die Darbietung im Museum erfüllt noch nicht den internationalen Standard, aber wir verbessern sie allmählich. Viele Leute sagen uns, dass sie noch nie in ihrem Leben ein solches Museum in einem Kloster gesehen hätten.

Hemis-Schule-GrundsteinlegungIch hatte auch beschlossen, eine Mönchsschule in Hemis für etwa 800-1000 Jungen auzubauen, die hoffentlich mit der Zeit darauf vorbereitet werden, die Rolle der Drukpa Linienhalter zu übernehmen, speziell jenes Teiles der Drukpa Linie, die in Ladakh noch immer sehr lebendig ist. Daher liegt es mir sehr am Herzen, hart daran zu arbeiten, diese Art von Einrichtung für Hemis zu schaffen, für Ladakh und für unsere Linie. Die Grundmauern sind gelegt und das Projekt kommt recht gut voran, mit etwas Hilfe der indischen Regierung und von örtlichen Anhängern. Aber ich weiss natürlich, bevor die Schule nutzbar sein wird, wird ein grosser finanzieller Überhang auf mich zukommen. Aber wie immer glaube ich, dass es mir gelingen wird, für dieses wichtige Projekt von überall auf der Welt Spenden zu erhalten. Offensichtlich wird es kein Problem geben, da all meine Freunde, wie gewöhnlich immer, auf die eine oder andere Weise mit einer Lösung oder Hilfe aufwarten werden. Daher bin ich sehr optimistisch und sehr glücklich mit diesem optimistischen Gefühl, als ich die Bauarbeiten für die Hemis Mönchsschule sah. Ich denke, ich werde später einige Fotos zeigen können.

    Erdbebenopfer

Trotz all meiner Freude und optimistischer Gefühle nach der Rückkehr aus Ladakh, hörte und las ich über sehr traurige Nachrichten über die Naturkatastrophen in Burma und China. Ich war extrem traurig, vor allem, als ich die Bilder von sterbenden Kindern in beiden Ländern sah. Manche waren noch Babies und andere waren in den Schulen, als die Katastrophe passierte. Was für ein großer Kontrast zu unseren Schulkindern in Ladakh. Gleichzeitig verstand ich dies sofort als eine starke Lehre der Vergänglichkeit und auch des Karma, von Ursache und Wirkung. Tatsächlich sind wir selbst diejenigen, die all diese Ursachen geschaffen haben, sodass die Ursachen entweder zu guten oder schlechten Ergebnissen führen.

ErdbebenleidIch hoffe sehr und bete, dass wir auch ohne durch diese schmerzlichen und verwüstlichen Erfahrungen selbst gehen zu müssen, sondern durch das Betrachten der Leiden anderer, den Glauben in das Gesetz des Karma entwickeln, dem Gesetz von Ursache und Wirkung. Statt durch unsere schlechten Erfahrungen als Ergebnis unseres schlechten Karmas zu lernen, sollten wir verstehen lernen, wie all diese negativen und traurigen Erfahrungen zu vermeiden sind. Aber ich möchte eure Augen nicht ermüden, indem ich über all diese gewöhnlichen Dinge rede. Ihr könnt selbst das schöne Statement von Khamtrul Rinpoche Peme Nyingnadh im ADC Web über diese 2 Katastrophen lesen.

Kinder in BurmaIm Namen von Live to Love, was ich immer seit einem Jahr gefördert habe, sollten wir alle handeln und etwas tun, um diesen Leuten zu helfen, die noch immer am Leben sind, und aufgrund des Verlustes ihrer geliebten Angehörigen bei diesen Katastrophen leiden. Ich las gerade in den Nachrichten, dass vielleicht 100.000 Leute in Burma durch den Zyklon getötet wurden, und dennoch erhalten die Leute aufgrund politischer Ursachen nicht genügend Hilfe; und in China, obwohl dort jeder hilft, gibt es das Risiko eines erneuten Erdbebens und mehr Tote aufgrund brechender Dämme.

Ich habe mit Druk Foundation Ltd in Hong Kong darüber diskutiert, mit welchen humanitären Organisationen wir zusammenarbeiten sollten. Wir werden euch darüber auf dem Laufenden halten. Aber das erste, was wir jetzt tun sollten, ist so viel Geld wie möglich zu sammeln. Die Häuser und das Gefühl der Sicherheit für die Opfer wieder aufzubauen braucht eine Menge finanzieller Mittel und auch moralische Unterstützung. Ich stimme Khamtrul Rinpoche´s Idee vollständig zu, Rettungstruppen aufzubauen und mit unseren Mönchen und Nonnen zu beginnen. Wir sollten wirklich versuchen, damit zu beginnen, unsere Mönche und Nonnen professionell auszubilden, sodass wir sie mobilisieren können, um Menschen am Boden zu helfen. Bis jetzt haben wir leider noch nicht die Fähigkeiten und die Leute dazu, da wir als Live to Love Gemeinschaft noch sehr jung sind um diese Bodenarbeit, anderen zu helfen, zu machen. Aber wir können nicht warten, bis wir dazu bereit sind, um dann erst hinauszugehen und anderen zu helfen. Bis jetzt müssen wir daher mit anderen erfahreneren humanitären Hilfsorganisationen zusammenarbeiten, die genauso denken, wie wir. Es ist mein Traum, dass wir bis in ein paar Jahren dazu fähig sind, unsere eigenen Hilfstruppen anzubieten und vielen Leuten und Wesen in abgelegenen Ecken der Welt zu helfen, beginnend mit unseren eigenen Gemeinschaften.

Wie ich früher schon sagte, hoffe ich eigentlch sehr und bete, dass wir von Meister Chen Yan´s Gruppe Tzu Chi, die eine der ersten humanitären Organisationen in Burma und China waren und vielleicht die einzige buddhistische humanitäre Gruppe, die in der Lage war, alles zusammenzubringen und im Moment der Katastrophe loszugehen und zu helfen. Ein Freund erzählte mir, dass sie etwa 2 Stunden nach dem Katastrophenereignis im Erdbebengebiet waren. Ich frage mich wirklich, wie sie das schafften, und ich denke, da wir sehr mit der Art ihres Helfens übereinstimmen, schadet es nicht, ihnen eine Spende zu geben und dann können wir mit ihnen reden, eventuell unsere Leute zu ihnen zur Ausbildung zu schicken. Letztendlich ist es für uns als tibetisch buddhistische Gruppe wohl wert, zu lernen, was Meister Chen Yan´s buddhistische Gruppe fähig ist zu leisten. Ich bin sehr stolz auf Meister Chen Yan, die für mich ein weiblicher Held ist mit dem Mut, Bodhicitta zu einer praktischen Art zu machen, so vielen Wesen zu helfen, in der Gestalt eines buddhistischen Meisters.

Unsere Aktivitäten sollten auch nicht unterscheiden zwischen Religionen, Nationalitäten, Kulturen etc. Sie basieren auf Buddha´s Lehren von Bodhicitta, was auch eine nicht sektiererische Form der Erleuchtung ist. Erleuchtung hat keine Sekte, keine Religion, keine Basis. Auch das Leiden unterscheidet nicht zwischen Wesen nach Nationalitäten und Kulturen. Ich hoffe, dass unsere Druk Foundation in Hong Kong in der Lage ist, so zu handeln. Ich möchte auch alle Drukpa Zentren bitten, Ihre Spenden für die Opfer in China und Burma an die Druk Foundation in Hong Kong zu schicken. Dadurch soll dies ein gemeinsam abgestimmter, wenn auch kleiner Beitrag von so vielen Leuten, wie wir sie nur in der Drukpa Linie aufbringen können, werden, um unsere Liebe und Verpflichtung aufzubringen, unser Versprechen nach "Live to Love" wahr zu machen.

Ausser den Spenden, die jetzt von der ADC Website als 1. Live to Love Aktivität gesammelt werden, macht Druk Foundation gerade Arrangements für eine 200.000 HK$ Spende an humanitäre Organisationen, die vor Ort sind um den Opfern in Burma und China zu helfen. Ich möchte, dass sie auch Rigden Rinpoche kontaktieren, der jetzt gerade in Chengdu ist, damit er 10 unserer Mönche des Derge Klosters mobilisiert. Sie sollen dringende Versorgungsgüter kaufen und in den Erdbebengebieten verteilen und unsere Botschaft von Live to Love an die Opfer senden. Leider haben wir niemanden in Burma, sonst wäre es sehr hilfreich für sie und für uns, auf diese Weise eine spirituelle Verbindung aufzubauen. Ich sagte gerade einigen meiner Freunde, dass finanzielle Unterstützung und medizinische Hilfe wichtig sind, aber um das Vertrauen wieder aufzubauen, um sich von dem Schmerz zu erholen, geliebte Angehörige verloren zu haben, ist moralische Unterstützung mit dem Verständnis der Spiritualität, des Karma und der Liebe sehr wichtig.

Ich möchte auch erwähnen, dass ich auf die Live to Love Website geschaut habe. Leider scheinen die Aktivitäten langsam auszutrocknen und zu etwas wie Unterhaltung zu verkommen. Ich hoffe wirklich und bete, dass alle Führer und Führungsgruppen der Drukpa Zentren zumindest aktiv sein werden und engagiert  Live to Love auszuführen. Einige Leute sagten, dass sie immer müde sind aufgrund von Arbeit und anderen verschiedenen Gründen, aber ich spüre immer, dass die Müdheit durch euren faulen Geist erzeugt wird, nicht aufgrund körperlicher Probleme. Vielleicht haben wir nicht so viel Gück, aktive Leute zu haben, die helfen. Die meisten Leute haben mir die verschiedensten Ausreden gegeben, was, wie ich glaube, nur eine Form von Schwäche ist. Wenn ihr alle wollt, dass ich und meine Kollegen einen Sinn und Zweck haben, in dieser Welt weiter zu leben, dann denke ich, solltet ihr uns helfen, die Praxis einem praktischen Zweck zuzuführen. Ansonsten wird Live to Love ein Witz und Unterhaltung. Daher möchte ich wenigstens die Führer und Führungsgruppen der Drukpa Zentren aufrufen, ernsthaft engagiert in Live to Love zu sein. Ich kann euch sagen, dass wir aufgrund der Situation der globalen Erwärmung immer mehr Katastrophen erleben werden. Wir als Praktizierende von Bodhicitta, einschliesslich Rinpoches, Nonnen und Mönche, sollten uns moralisch und körperlich bereit machen, unsere kleine Hilfe anzubieten, wann immer die Zeit dafür kommt.

Morgen (heute) ist Buddha´s heiliger Jahrestag. Lasst uns zusammen etwas tun, um jenen zu helfen, die in den Katastrophen leiden. So wie Khamtrul Rinpoche von Shantideva zitierte, möchte ich seinem Stil folgen und die folgenden Verse aus Shantidevas Bodhisattvacharyavatara zitieren:

Mit Geduld sollte ich Enthusiasmus entwickeln;

Das Erwachen wird nur in jenen wohnen, die sich selbst Mühe geben.

So wie es ohne Wind keine Bewegung gibt,

so wird es ohne Enthusiamus keinen Verdienst geben.

Was ist Enthusiasmus?

Es ist, Freude im Förderlichen zu finden.

Seine widerstrebenden Faktoren werden Faulheit genannt,

die Anziehung für das Schlechte,

sich selbst aus Mutlosigkeit geringschätzen.

Wegen der Verhaftung an dem angenehmen Gefühl des Nichtstuns,

wegen des Verlangens nach Schlaf

und weil wir keine Desillusionierung von dem Leid des Samsaras haben,

wächst die Faulheit sehr stark.

So wie ich rasch aufstehen würde, wenn eine Schlange auf meinen Schoss käme,

so sollte ich beim Entstehen jedweder Müdigkeit oder Faulheit, diese sofort zurückweisen. 

 

Zuguterletzt ist mein Rat für euch, nicht zu warten bis der Tod sich nähert, um Verdienste anzusammeln, weil ihr dann nicht mehr die Zeit und Gelegenheit haben werdet. Lasst unseren tugendhaften Geist in Aktion treten.