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Meine Mutter PDF Drucken E-Mail

Mutter DrukpaMeine Mutter, Kelsang Yudron, stammt aus einer angesehenen Familie der Region Lhodrak in Südtibet. Hier Heim wird Yoollha genannt, nach dem Gott der Region, und es wurde gegründet von der ursprünglichen Linie eines großen Yogis, Nyang Nyima Odser. Seit ihrem 14. Lebensjahr hat meine Mutter den spirituellen Meditationspfad praktiziert, anfänglich unter der Führung ihrer Großmutter und später unter vielen heiligen Yogis, erleuchteten Wesen und sogar von ihrem eigenen Vater, der selbst ein großer Meister war. Dank ihrer Praktiken und Verwirklichungen konnte sie ein sehr glückliches und liebendes Leben führen, trotz ihrer schwierigen Zeit, in der sie ihr Heim, ihre Eltern und alle Familienmitglieder in Tibet zurücklassen musste, als sie 20 Jahre alt war.

Wie alle tibetischen Flüchtlinge musste sie eine sehr schwere Zeit durchstehen mit Verhandlungen der Eltern, die gequält und bis zum Tod ausgehungert wurden. Kürzlich ging sie zurück in ihr Heimatdorf, um ihre überlebenden Familienmitglieder nach über 40 Jahren der Trennung zu sehen. Sie wolte wenigstens einen Monat dort bleiben, kam aber nach einer Woche zurück und sagte, dass es zu traurig sei, um nur einen Tag länger zu bleiben. Sie blieb nur 3 Tage im Dorf, fand dort niemanden, den sie kannte, obwohl sie jeder willkommen hieß. Angesichts der grossen Bindung, die unsere Familie an ihr Haus, ihre Besitztümer und ihren Status in jenen alten Zeiten hatte, war es eine grosse Lehre, die Ruinen unseres Hauses zu sehen, die "man fast nicht mehr als unser Haus erkennen konnte", sagte sie. "Als ich als erste mein Heim verließ, hatte niemand den Mut zu gehen, wegen ihrer grossen Anhaftung an das, was sie hatten. Nur ein Schaf, der immer mein Reisebegleiter zu den entfernten Gegenden meiner spirituellen Retreats war, und der immer meine Tasche trug, begleitete mich, denn ich hatte Angst, daß er gefangen und gegessen worden wäre, wenn ich ihn zurückgelassen hätte. Er starb dann Jahre später in meinem Schoss in Bhutan."

Drukpa Mutter MexicoMeine Mutter hat seit ich geboren wurde schon eine schlechte Gesundheit. Das besorgt mich schon sehr, aber sie versucht immer, meine Familie, mich und alle anderen um uns herum glücklich und sorgenfrei zu machen, indem sie das meiste ihrer körperlichen Beschwerden verbirgt. Mit Hilfe ihres stabilen Geistes kann sie das tun. Ganz anders, wie die meisten von uns, beklagt sie sich über keinerlei körperliche Schmerzen, ausser wenn es untragbar wird. Ich habe sie in meinem ganzen Leben nie in emotionalen Höhen oder Tiefen gesehen. Sie war immer glücklich und lächelnd, ausser bei einer Gelegenheit in einem Dorf oben in den Himalayas vor einigen Jahren, wo wir in einem Hotel wohnten. Sie sah einen Mann die Köpfe von Hühnern abschneiden und sie kam weinend zu mir und sagte: "wie kann ein menschliches Wesen nur so grausam zu einem anderen Lebewesen sein? Wie können wir dieser Welt helfen, harmonisch zu leben, wenn die Leute sich gegenseitig tyrannisieren, nur weil der andere schwächer ist, und nicht wissen, wie man die anderen auf gleichem Niveau und authentisch liebt?" Ich konnte in dem Moment nichts sagen oder sonst irgendwie ihren Emotionen helfen, ausser hinzusitzen und den Atem anzuhalten. Ich denke, ich war etwas nervös, sie das erste mal in meinem Leben weinen zu sehen und emotional zu sein und es war auch das letzte mal bis heute.

Wenn sie in eine schwierige Situation mit sich selbst kommt, denkt sie meistens echt, dass es ein Traum sein könnte, durch den sie geht. Und es macht ihr dann nicht so viel aus. Vor 12 Jahren hatten wir einen kleinen Autounfall zusammen mit meiner Mutter und keiner von uns war wirklich besorgt, ausser über die Unannehmlichkeiten, die wir damit hatten, wie etwa den Papierkram. Zwei Tage später sagte meine Mutter, dass sie dachte, es war nur ein Traum und sie war etwas überrascht zu erfahren, dass das Auto tatsächlich zur Reparatur in der Werkstatt war. Dies war nicht die einzige derartige Erfahrung, aber ich denke, ich kann nicht alle hier schreiben.

Drukpa Mutter mit BlumenSie bemüht sich immer um die Probleme anderer, wenn sie nicht gut ernährt oder nicht gut ausgestattet sind usw., speziell für jene in sehr armen Bedingungen. Haustiere, Blumen, Bäume und kleine Kinder sind ihre Lieblingsbegleiter. Wie jedoch schon vorher gesagt, beklagt sie sich überhaupt nicht, wenn es ihr die Bedingungen nicht erlauben, mit ihnen zusammen zu sein. Aber alle lieben sie spontan, einschliesslich der Blumen und Bäume! 99% der Pflanzen, mit denen sich meine Mutter beschäftigt, wachsen gut. Zum Beispiel kann sie einfach einen Zweig von einem absterbenden Baum pflücken, ihn woanders einpflanzen und er wächst herrlich nach einiger Zeit.

Ich wünschte, wir alle hätten diese echten Mittel der Liebe und des Verständnisses, um mit unserem Leben umzugehen und zu arbeiten. Wir hätten dann alle einen sehr einfachen Zugang zu allen Dingen in unserem Leben, speziell mit den unvermeidbaren Schwierigkeiten, sodass unser Leben und die Leben anderer um uns viel leichter wären, als sie es jetzt sind.

Nun gut, es muss geübt werden; nur daran sollten wir denken. Ich denke, diese grosse Erfahrung von Weisheit und der hilfsvollen Mittel der Liebe können nur durch die Praxis des Geistestrainings entwickelt werden.